KINDER AUS 5 KONTINENTEN GESTALTEN EIGENES CAFÉ

In den großen Städten Deutschlands ist der Anteil von Immigranten besonders groß und vielfältig. Neben ihrer eigenen Kultur bringen sie vor allem auch viele Kinder mit. In manchen Stadtgebieten Berlins ist der Anteil ausländischer Kinder in den Schulen deshalb oftmals höher als der deutschen Kinder. Dies muss allerdings nicht unbedingt zu sozialen Konflikten führen, wie uns die Kinder einer Mittelschule beweisen. Sie haben ihre Verschiedenheit zum Anlass genommen und in der Schule ein internationales Schülercafé eingerichtet, in dem sich jeder willkommen und zuhause fühlen kann.
Die Idee dazu kam von den Schülern selbst. Denn viele von ihnen nutzten den leerstehenden Speiseraum der Schule bereits als Treffpunkt in den Pausen oder nach dem Unterricht. Ihre Idee fand sowohl bei Lehrern, als auch Eltern großen Anklang und Unterstützung. Wo bisher nur weiße Wände, leere Fenster und Fußböden waren, verschönerten bald große Wandbilder, bunte Vorhänge, Teppiche, Stühle und Tische den Raum in einen bunten und gemütlichen Treffpunkt. Jeder brachte etwas Typisches von Zuhause zur Dekoration mit: Lampignons aus Ost-Asien, orientalische Kissen aus dem Iran, einen Samowar aus Russland, Straußenfedern und Bumerangs aus Australien, Korbmöbel und Teppiche aus Afrika, ein Plissee aus Frankreich, Sombreros aus Argentinien und Kakteen aus Mexiko. Vervollständigt wurde die bunte Dekoration durch ausrangierte Stühle, Sessel und Tische.
Geleitet wird das Café vom Vertrauenslehrer und zwei Schülern aus jedem Kontinent. Sie kümmern sich abwechselnd um die Beschaffung der Getränke und kleinen Speisen. Dafür haben sie vor allem die Eltern eingespannt, die das Café regelmäßig mit den verschiedensten Spezialitäten aus 5 Kontinenten versorgen, und das natürlich ehrenamtlich. Neben koffeinfreiem Kaffee und Tee, Limonade und Milchgetränken gibt es hier für ein paar Cent zahlreiche Süßspeisen und Kuchen, aber auch mal etwas Herzhaftes oder Scharfes zum Probieren. Das Café „Brücke“ ist jeweils zur großen Pause und nach dem Schulbetrieb auch für die Öffentlichkeit geöffnet. So können sich auch Kinder aus der Nachbarschaft hier einfinden, Musik hören, ihre Sorgen besprechen, Neuigkeiten austauschen und die Kulturen anderer Länder kennenlernen.
Nun freuen sich die Schüler vor allem auf die warmen Sommertage, wo das Schülercafé nach draußen verlegt werden kann. Genügend Markisentuch für ein paar Sonnensegel ist bereits organisiert. Was noch fehlt, sind ein paar wetterfeste Gartenmöbel oder Biertischgarnituren. Dieses Projekt hat bereits auch in anderen Schulen mit hohem Ausländeranteil Nachahmung gefunden und wir wünschen uns, dass es bald in jeder Stadt ein solches internationales Café für Kinder aller Nationen gibt.